Die Wirkung von Antiglaukomatosa auf die okuläre Perfusion bei Patienten mit Normaldruckglaukom

Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen des Menschen Das primär chronische Offenwinkelglaukom (pcOWG) ist in Europa mit ca. 90% die häufigste Glaukomform.

Die Ätiologie des primär chronischen Offenwinkelglaukoms ist immer noch nicht abschließend geklärt und wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Neben einem erhöhten Augeninnendruck, der mit der Einführung der Applanationstonometrie durch Goldmann im Jahre 1965 zu einer zuverlässig bestimmbaren Messgröße wurde, konnten verschiedene experimentelle Studien und klinische Untersuchungen eine Störung der Hämodynamik als wichtigen Faktor in der Entstehung und Progredienz des Glaukomschadens identifizieren.
Trotz dieser Erkenntnisse ist das primäre Ziel in der gegenwärtigen konservativen Glaukomtherapie noch immer die Senkung des erhöhten Augeninnendruckes.
Hierzu stehen verschiedene Substanzklassen mit jeweils unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung: Karboanhydrase-Hemmer und Prostaglandin-artig wirkende Substanzen haben sich in der Glaukomtherapie durch eine sehr effiziente Augeninnendrucksenkung bewährt. Die Hämodynamik spielt als Therapieparameter nur eine untergeordnete Rolle, was neben messtechnischen Problemen vor allem auf die fehlenden therapeutischen Optionen zurückgeführt werden muss. Über die Auswirkung dieser standardmäßig verwendeten Lokaltherapeutika auf die Hämodynamik ist wenig bekannt.
In der vorliegenden Arbeit sollen die Effekte von verschiedenen Antiglaukomatosa auf die okuläre Hämodynamik untersucht werden. Verwendet wurden jeweils zwei Vertreter der Gruppe der Prostaglandinähnlich wirkenden Substanzen und zwei aus der Gruppe der lokal anzuwendenden Karboanhydrasehemmer.
Die okuläre Durchblutungssituation wurde mittels der farbkodierten Dopplersonographie (CDI) und der Messung des okulären Blutflusses mit der Methode nach Langham (LOBF) prospektiv untersucht.